so titelt der Newsletter des DVR und fordert den Ausbau der Radinfrastruktur.
ProRad und ADFC Düren fordern das seit vielen Jahren.
Die im März veröffentliche Polizeiliche Verkehrsunfallstatistik für den Kreis Düren belegt eine negative Entwicklung bei Unfällen mit Beteiligung von Radfahrenden.
https://dueren.polizei.nrw/artikel/verkehrsunfallstatistik-2025-im-kreis-dueren
…grad nochmal gut gegangen, Phillipstraße
Ein Zitat aus dem Artikel der Dürener Zeitung dazu:
„Die Zahl der Verkehrsunfälle, an denen Fahrräder, Pedelec und E-Scooter, die im Behördendeutsch Elektrokleinstfahrzeuge (EKF) heißen, beteiligt waren, ist deutlich gestiegen. 2024 gab es 96 Pedelecunfälle, 2025 waren es 30 mehr (plus 31 Prozent). Die Zahl der Fahrradunfälle ist von 145 auf 186 (plus 28 Prozent) gestiegen. Jeder vierte Verunglückte im Kreis Düren war mit einem Fahrrad oder Pedelec unterwegs. Bei der Hälfte aller tödlichen Verkehrsunfälle, nämlich drei, sind Pedelecfahrer ums Leben gekommen.“
Michael Theißen, Leiter der Direktion Verkehr der Kreispolizeibehörde Düren
sichtbar nur für zahlende Abonnenten.
https://www.aachener-zeitung.de/lokales/region-dueren/dueren/kreis-dueren-gut-1000-verkehrsunfaelle-mehr-als-im-vorjahr/139608183.html
Wir haben bei der Polizeidirektion Verkehr nachgefragt:
Sehr geehrte Damen und Herren,
im Namen des ADFC Düren bitte ich um folgende Auskünfte bzgl. der Verkehrsunfallstatistik 2025 für den Kreis Düren.
- Worauf führen Sie die die hohe Anzahl von Alleinunfällen Rad- und Pedelecfahrender zurück, welche Hauptursachen liegen diesen zugrunde?
- Liegt eine Statistik bzgl. der Hauptverursachenden der 8.075 Gesamt-Unfälle vor (Art der Verkehrsbeteiligung) – jeweils mit/ohne Alleinunfälle?
- Können Sie auch bzgl. der Diagramme/Tabellen „Ursache bei Verkehrsunfällen mit Personenschaden“, „Ursachen bei Verkehrsunfällen mit Personenschaden mit Fahrrad- und Pedelecfahrenden“, „Beteiligung von Radfahrenden bei Verkehrsunfällen mit Personenschaden“, „Verkehrsunfälle unter Alkohol- / Drogeneinwirkung (mit/ohne Personenschaden)“, „Entwicklung der Fußgängerunfälle mit Personenschaden“ und „Verkehrsunfallflucht“ die jeweils Hauptverursachenden der Unfälle nach Art der Verkehrsbeteiligung ausweisen ?
- Sind Zahlen zum Modal Shift (prozentuale Anteile der Art der Verkehrsbeteiligung im Kreis Düren) vorhanden?
Eine Antwort haben wir bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung diese Beitrags noch nicht bekommen.
|
Am 27. April schrieb der DVR folgenden Newsletter Markante Abschnitte gelb markiert Deutscher Verkehrssicherheitsrat (DVR) e.V. |
|
Deutscher Verkehrssicherheitsrat (DVR) e.V. Pressemitteilung Destatis: Jedes sechste Todesopfer fuhr Rad – DVR fordert Ausbau der Radinfrastruktur Berlin, 28. April 2026 Die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Radfahrenden ist erneut gestiegen. Nachdem im Jahr 2024 noch 445 Menschen auf dem Fahrrad ums Leben kamen, erhöhte sich diese Zahl laut gestern veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um rund vier Prozent auf 462 im Jahr 2025. Damit wächst die Zahl der getöteten Radfahrenden doppelt so schnell wie die Gesamtzahl der im Straßenverkehr Getöteten, die im gleichen Zeitraum von 2.770 um zwei Prozent auf 2.814 anstieg. Jede sechste im Straßenverkehr getötete Person war 2025 mit dem Fahrrad unterwegs. Auch im Zehnjahresvergleich ergibt sich ein alarmierendes Bild: Während die Gesamtzahl der Getöteten von 2015 bis 2025 um 18 Prozent sank, stieg die Zahl der tödlich verunglückten Radfahrenden um 21 Prozent. Angesichts dieser Entwicklung sieht der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) Bund, Länder und Kommunen in der Pflicht und fordert eine sofortige Infrastrukturoffensive. „Sicherheit darf keine Frage des gewählten Verkehrsmittels sein“, betont DVR-Präsident Manfred Wirsch. „Dass die Zahl der getöteten Menschen auf dem Rad Jahr für Jahr steigt, ist eine dringender Handlungsauftrag für die Verkehrspolitik.“ Trennung der Verkehrsströme: Infrastruktur muss Fehler verzeihen Der DVR fordert eine flächendeckende Aufwertung der Radinfrastruktur – durch die qualitative Erneuerung bestehender Wege sowie den Bau neuer Wege. Im Zentrum der Maßnahmen muss die konsequente bauliche Trennung von Fuß-, Rad- und Pkw-Verkehr stehen, insbesondere an bekannten Unfallschwerpunkten. Radwege müssen für alle Verkehrsteilnehmenden an Kreuzungen, Einmündungen und Zufahrten klar erkennbar und intuitiv verständlich gestaltet sein. Freie Sichtbeziehungen zwischen allen Verkehrsteilnehmenden dürfen nicht durch parkende Fahrzeuge beeinträchtigt werden. Maßnahmen wie vorgezogene Haltelinien für Radfahrende sowie getrennte Ampelphasen für Rad- und Autofahrende können das Unfallrisiko an Kreuzungen zusätzlich reduzieren. Darüber hinaus müssen Radwege ausreichend breit, gut instandgehalten und frei von Hindernissen sein. So lassen sich auch die häufigen Alleinunfälle reduzieren, die oft Menschen ab 65 Jahren betreffen. Wo eine bauliche Trennung der Verkehrsarten nicht umsetzbar ist, muss die zulässige Höchstgeschwindigkeit abgesenkt werden. Dies erhöht die Überlebenschancen Radfahrender erheblich. „Wir bauen Straßen noch zu oft nach dem Prinzip Hoffnung – in der Erwartung, dass alle Beteiligten jederzeit fehlerfrei am Verkehr teilnehmen“, sagt Manfred Wirsch. „Doch eine gute Infrastruktur muss menschliche Fehler ausgleichen und darf sie nicht mit schweren Unfällen bestrafen. Deshalb ist jeder Euro für eine moderne Radinfrastruktur ein lohnenswerter Beitrag zu mehr Sicherheit – und auch ein Beitrag zur Senkung der volkswirtschaftlichen Kosten von Straßenverkehrsunfällen, die 2024 erstmalig die Grenze von 40 Milliarden Euro durchbrochen haben.“ Schluss mit dem Flickenteppich: Verbindliche Standards für sichere Radwege Neu- und Umbauten von Radwegen müssen sich an den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA) der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) orientieren, die in allen Bundesländern zum verbindlichen Standard werden sollten. Gleichzeitig fordert der DVR die Behörden auf, verstärkt Verkehrsschauen durchzuführen und die Empfehlungen der Unfallkommissionen konsequent umzusetzen, um Unfallhäufungsstellen zu entschärfen. Länder und Kommunen sind dazu aufgerufen, in ihrer jeweiligen Zuständigkeit zusammenhängende sichere Radverkehrsnetze zu planen und umzusetzen. Auch die Verkehrsüberwachung muss verstärkt werden, sowohl bei Verstößen von Radfahrenden als auch gegenüber Radfahrenden. Dazu gehört ebenfalls die Kontrolle der Verkehrssicherheit von Fahrrädern. Auf Bundesebene fordert der DVR die Einführung eines Ordnungswidrigkeitentatbestands für alkoholisiertes Radfahren ab 1,1 Promille. Scharfe Kritik übt der DVR an der aktuellen Entscheidung des Berliner Senats, bei Platzmangel auf Hauptverkehrsstraßen die Mindestbreite von Radwegen zu unterschreiten oder auf Radwege komplett zu verzichten. Auch auf Ebene der weiteren Bundesländer sieht der DVR Defizite: Um schwere Unfälle zu verhindern, wären mehr sichere Querungsmöglichkeiten für den Rad- und Fußverkehr auch auf Landstraßen notwendig. Ein Bericht zur letzten Verkehrsministerkonferenz offenbart jedoch, dass keines der Bundesländer dafür Programme aufgestellt hat. Diese Entwicklungen zeigen aus Sicht des DVR deutlich, dass der Radverkehr politisch noch immer nicht die notwendige Priorität erhält. „462 getötete Radfahrerinnen und Radfahrer sind kein unvermeidbares Hintergrundrauschen unserer Mobilität“, sagt Manfred Wirsch. „Es macht mich zutiefst betroffen, dass immer noch in Frage steht, ob der Um- oder Neubau von Radwegen notwendig ist, während jeden Tag in Deutschland ein Radfahrer oder eine Radfahrerin stirbt.“
Weiterführende Informationen Erhöhung der Verkehrssicherheit durch C-ITS (2025) Erhöhung der Verkehrssicherheit durch Vehicle-to-X-Kommunikation (2021) Sicherheit im Radverkehr verbessern (2018) Einführung eines Ordnungswidrigkeitentatbestandes für alkoholisierte Fahrradfahrer (2014) DVR-Kampagnen DVR/UK/BG-Schwerpunktaktion – Sichere Radfahrmobilität Sicher unterwegs mit dem Pedelec Pressefotos Pressefotos von Manfred Wirsch sind unter diesem Link abrufbar. Ein Symbolfoto ist unter diesem Link abrufbar. Nutzung honorarfrei bei Nennung der Quelle. Über den DVR Der DVR ist Deutschlands unabhängiger Vorreiter und Kompetenzträger in allen Belangen der Straßenverkehrssicherheit. Mit dem Ziel der Vision Zero („Alle kommen an. Niemand kommt um.“) setzt er sich für die gemeinsame Verantwortung aller Gesellschaftsgruppen ein, um den Straßenverkehr sicher zu machen. Durch die hohe Sachkenntnis und die Erfahrung seiner Mitglieder bildet der DVR ein effizientes Netzwerk für Verkehrssicherheit. Kontakt Christoph Rieger Deutscher Verkehrssicherheitsrat (DVR) e.V. |




