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Jedes sechste Todesopfer fuhr Rad

Kurzmitteilung

so titelt der Newsletter des DVR und fordert den Ausbau der Radinfrastruktur.
ProRad und ADFC Düren fordern das seit vielen Jahren.

Die im März veröffentliche Polizeiliche Verkehrsunfallstatistik für den Kreis Düren belegt eine negative Entwicklung bei Unfällen mit Beteiligung von Radfahrenden.
https://dueren.polizei.nrw/artikel/verkehrsunfallstatistik-2025-im-kreis-dueren

…grad nochmal gut gegangen, Phillipstraße

 
 

Wir haben bei der Polizeidirektion Verkehr nachgefragt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Namen des ADFC Düren bitte ich um folgende Auskünfte bzgl. der Verkehrsunfallstatistik 2025 für den Kreis Düren.
  • Worauf führen Sie die die hohe Anzahl von Alleinunfällen Rad- und Pedelecfahrender zurück, welche Hauptursachen liegen diesen zugrunde?
  • Liegt eine Statistik bzgl. der Hauptverursachenden  der 8.075 Gesamt-Unfälle vor  (Art der Verkehrsbeteiligung) – jeweils mit/ohne Alleinunfälle?
  • Können Sie auch bzgl. der Diagramme/Tabellen „Ursache bei Verkehrsunfällen mit Personenschaden“,  „Ursachen bei Verkehrsunfällen mit Personenschaden mit Fahrrad- und Pedelecfahrenden“, „Beteiligung von Radfahrenden bei Verkehrsunfällen mit Personenschaden“, „Verkehrsunfälle unter Alkohol- / Drogeneinwirkung (mit/ohne Personenschaden)“,  „Entwicklung der Fußgängerunfälle mit Personenschaden“ und „Verkehrsunfallflucht“ die jeweils Hauptverursachenden der Unfälle nach Art der Verkehrsbeteiligung ausweisen ?
  • Sind Zahlen zum Modal Shift (prozentuale Anteile der Art der Verkehrsbeteiligung im Kreis Düren) vorhanden?

Eine Antwort haben wir bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung diese Beitrags noch nicht bekommen.

Am 27. April schrieb der DVR folgenden Newsletter

Markante Abschnitte gelb markiert

Deutscher Verkehrssicherheitsrat (DVR) e.V.
Abteilung Kommunikation

Deutscher Verkehrssicherheitsrat (DVR) e.V.

Pressemitteilung

Destatis: Jedes sechste Todesopfer fuhr Rad – DVR fordert Ausbau der Radinfrastruktur

Berlin, 28. April 2026

Die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Radfahrenden ist erneut gestiegen. Nachdem im Jahr 2024 noch 445 Menschen auf dem Fahrrad ums Leben kamen, erhöhte sich diese Zahl laut gestern veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um rund vier Prozent auf 462 im Jahr 2025. Damit wächst die Zahl der getöteten Radfahrenden doppelt so schnell wie die Gesamtzahl der im Straßenverkehr Getöteten, die im gleichen Zeitraum von 2.770 um zwei Prozent auf 2.814 anstieg. Jede sechste im Straßenverkehr getötete Person war 2025 mit dem Fahrrad unterwegs. Auch im Zehnjahresvergleich ergibt sich ein alarmierendes Bild: Während die Gesamtzahl der Getöteten von 2015 bis 2025 um 18 Prozent sank, stieg die Zahl der tödlich verunglückten Radfahrenden um 21 Prozent.

Angesichts dieser Entwicklung sieht der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) Bund, Länder und Kommunen in der Pflicht und fordert eine sofortige Infrastrukturoffensive.

Sicherheit darf keine Frage des gewählten Verkehrsmittels sein“, betont DVR-Präsident Manfred Wirsch. „Dass die Zahl der getöteten Menschen auf dem Rad Jahr für Jahr steigt, ist eine dringender Handlungsauftrag für die Verkehrspolitik.“

Trennung der Verkehrsströme: Infrastruktur muss Fehler verzeihen

Der DVR fordert eine flächendeckende Aufwertung der Radinfrastruktur – durch die qualitative Erneuerung bestehender Wege sowie den Bau neuer Wege. Im Zentrum der Maßnahmen muss die konsequente bauliche Trennung von Fuß-, Rad- und Pkw-Verkehr stehen, insbesondere an bekannten Unfallschwerpunkten. Radwege müssen für alle Verkehrsteilnehmenden an Kreuzungen, Einmündungen und Zufahrten klar erkennbar und intuitiv verständlich gestaltet sein. Freie Sichtbeziehungen zwischen allen Verkehrsteilnehmenden dürfen nicht durch parkende Fahrzeuge beeinträchtigt werden. Maßnahmen wie vorgezogene Haltelinien für Radfahrende sowie getrennte Ampelphasen für Rad- und Autofahrende können das Unfallrisiko an Kreuzungen zusätzlich reduzieren. Darüber hinaus müssen Radwege ausreichend breit, gut instandgehalten und frei von Hindernissen sein. So lassen sich auch die häufigen Alleinunfälle reduzieren, die oft Menschen ab 65 Jahren betreffen. Wo eine bauliche Trennung der Verkehrsarten nicht umsetzbar ist, muss die zulässige Höchstgeschwindigkeit abgesenkt werden. Dies erhöht die Überlebenschancen Radfahrender erheblich.

„Wir bauen Straßen noch zu oft nach dem Prinzip Hoffnung – in der Erwartung, dass alle Beteiligten jederzeit fehlerfrei am Verkehr teilnehmen“, sagt Manfred Wirsch. „Doch eine gute Infrastruktur muss menschliche Fehler ausgleichen und darf sie nicht mit schweren Unfällen bestrafen. Deshalb ist jeder Euro für eine moderne Radinfrastruktur ein lohnenswerter Beitrag zu mehr Sicherheit – und auch ein Beitrag zur Senkung der volkswirtschaftlichen Kosten von Straßenverkehrsunfällen, die 2024 erstmalig die Grenze von 40 Milliarden Euro durchbrochen haben.“

Schluss mit dem Flickenteppich: Verbindliche Standards für sichere Radwege

Neu- und Umbauten von Radwegen müssen sich an den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA) der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) orientieren, die in allen Bundesländern zum verbindlichen Standard werden sollten. Gleichzeitig fordert der DVR die Behörden auf, verstärkt Verkehrsschauen durchzuführen und die Empfehlungen der Unfallkommissionen konsequent umzusetzen, um Unfallhäufungsstellen zu entschärfen. Länder und Kommunen sind dazu aufgerufen, in ihrer jeweiligen Zuständigkeit zusammenhängende sichere Radverkehrsnetze zu planen und umzusetzen. Auch die Verkehrsüberwachung muss verstärkt werden, sowohl bei Verstößen von Radfahrenden als auch gegenüber Radfahrenden. Dazu gehört ebenfalls die Kontrolle der Verkehrssicherheit von Fahrrädern. Auf Bundesebene fordert der DVR die Einführung eines Ordnungswidrigkeitentatbestands für alkoholisiertes Radfahren ab 1,1 Promille.

Scharfe Kritik übt der DVR an der aktuellen Entscheidung des Berliner Senats, bei Platzmangel auf Hauptverkehrsstraßen die Mindestbreite von Radwegen zu unterschreiten oder auf Radwege komplett zu verzichten. Auch auf Ebene der weiteren Bundesländer sieht der DVR Defizite: Um schwere Unfälle zu verhindern, wären mehr sichere Querungsmöglichkeiten für den Rad- und Fußverkehr auch auf Landstraßen notwendig. Ein Bericht zur letzten Verkehrsministerkonferenz offenbart jedoch, dass keines der Bundesländer dafür Programme aufgestellt hat. Diese Entwicklungen zeigen aus Sicht des DVR deutlich, dass der Radverkehr politisch noch immer nicht die notwendige Priorität erhält.

„462 getötete Radfahrerinnen und Radfahrer sind kein unvermeidbares Hintergrundrauschen unserer Mobilität“, sagt Manfred Wirsch. „Es macht mich zutiefst betroffen, dass immer noch in Frage steht, ob der Um- oder Neubau von Radwegen notwendig ist, während jeden Tag in Deutschland ein Radfahrer oder eine Radfahrerin stirbt.“

 

Weiterführende Informationen

Erhöhung der Verkehrssicherheit durch C-ITS (2025)

Technische Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit von Fahrrad-, Pedelec-, S-Pedelec- und Lastenradfahrenden (2025)

Evaluierung der Auswirkungen der geplanten StVZO-Neufassung auf die Sicherheit von Fahrradfahrenden (2024)

Erhöhung der Verkehrssicherheit durch Vehicle-to-X-Kommunikation (2021)

Sicherheit im Radverkehr verbessern (2018)

Einführung eines Ordnungswidrigkeitentatbestandes für alkoholisierte Fahrradfahrer (2014)

DVR-Kampagnen

Jugendaktion

DVR/UK/BG-Schwerpunktaktion – Sichere Radfahrmobilität

Sicher unterwegs mit dem Pedelec

Runter vom Gas

Komm gut an

Pressefotos

Pressefotos von Manfred Wirsch sind unter diesem Link abrufbar. Ein Symbolfoto ist unter diesem Link abrufbar. Nutzung honorarfrei bei Nennung der Quelle.

Über den DVR

Der DVR ist Deutschlands unabhängiger Vorreiter und Kompetenzträger in allen Belangen der Straßenverkehrssicherheit. Mit dem Ziel der Vision Zero („Alle kommen an. Niemand kommt um.“) setzt er sich für die gemeinsame Verantwortung aller Gesellschaftsgruppen ein, um den Straßenverkehr sicher zu machen. Durch die hohe Sachkenntnis und die Erfahrung seiner Mitglieder bildet der DVR ein effizientes Netzwerk für Verkehrssicherheit.

Kontakt

Christoph Rieger
Pressesprecher
Abteilung Kommunikation

Deutscher Verkehrssicherheitsrat (DVR) e.V.
Jägerstraße 67-69
10117 Berlin
+49 (0)30 2 26 67 71 – 30
CRieger@dvr.de
www.dvr.de

Treffen der Aktiven

Kurzmitteilung

Unser nächstes Treffen findet am 6. Mai von 18:00 – 19:30 statt
In der Familienbildungsstätte im Haus der Evangelischen Gemeinde zu Düren,
Wilhelm-Wester-Weg 1

Wir wollen den Radverkehr in Düren komfortabel, sicher und direkt gestalten.

  • Ziel: Sichere Straßen für alle die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind.
  • Dem Radverkehr den Stellenwert geben, den er verdient – in Bezug auf lebenswerte Städte, saubere Luft und Gleichberechtigung und Nachhaltigkeit.
  • Radverkehr ist der Individualverkehr der Zukunft!
Siehst Du das auch so? Weiterlesen

ADFC begrüßt Schulstraße im Grüngürtel

Das Pilotprojekt „Schulisches Mobilitätsmanagement“ ist ein Meilenstein für sichere und klimafreundliche Schulwege

Die Stadt Düren geht mit dem Pilotprojekt „Schulisches Mobilitätsmanagement“ an der Grüngürtelschule einen wichtigen Schritt in Richtung kindgerechter, sicherer und klimafreundlicher Mobilität. Der ADFC Düren begrüßt das Maßnahmenpaket ausdrücklich: Es setzt auf bewährte Lösungen, reduziert die Gefahr durch sogenannte Elterntaxis und schafft mehr Sicherheit für die jüngsten Verkehrsteilnehmer:innen. Besonders positiv ist, dass die Maßnahmen nicht isoliert betrachtet werden, sondern in ein ganzheitliches Konzept aus baulichen, kommunikativen und pädagogischen Ansätzen eingebettet sind.

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Sachstand Radstation

Die RADSTATION am Dürener Bahnhof wird voraussichtlich im Juni oder Juli 2026 in Betrieb gehen. Mittlerweile konnte ein Betreiber für die Radstation gefunden werden, der auch die Radstation in Brühl führt. In der Werkstatt in der neuen Radstation können nicht nur normale Fahrräder gewartet und repariert werden, sie wird auch Reparaturen für E-Bikes und Lastenräder anbieten. Außerdem sollen an der Radstation auch Räder ausgeliehen werden können. Die Informationen stammen aus der Sitzung des Verkehrs- und Bauausschusses der Stadt Düren, die Niederschrift ist jedoch noch nicht veröffentlicht.

CDU-Wahlprogramm: Verkehrspolitik wie in den 1960er Jahren

Verkehrspolitik wie in den 1960er Jahren
Der CDU Stadtverband stellt sein Kommunalwahlprogramm 2025 vor

Die Dürener CDU führt ihren verkehrspolitischen Kampf gegen jegliche Förderung des Radverkehrs fort. Gleichzeitig behauptet sie allerdings, für „gleichberechtigte Mobilität aller Verkehrsteilnehmer“ zu stehen. Das ist grotesk und zynisch. Weiterlesen

Die Zeitung zu Schrittgeschwindigkeit im Kreis Düren

Heute hat die Dürener Zeitung einen Artikel über die Radwege im Kreisgebiet veröffentlicht (Nachtrag: nicht mehr online, hier pdf-Version). Aus unserer Sicht eine Art Krönung unseres beharrliches Eintretens bei der Straßenverkehrsbehörde des Kreises Düren seit 2019. Das Bewusstsein, dass das Thema nicht nur ein Nischenthema ist, kam auf, als ein Ratstmiglied bei einem Workshop zum Radverkehrskonzept in Kreuzau ausrief, dass es in Kreuzau kaum noch Radwege gäbe.

Genau das war auch die Aussage des Kreises Düren im Jahr 2020, als wir eine Baustelle in Kreuzau an einer Bushaltestelle an der L249 zum Anlass genommen haben, über das Thema zu berichten. Der Kreis sagte uns damals, dass keine Umleitung für den Radverkehr eingerichtet wurde, weil es dort eben keinen Radweg gäbe. Dort wird der Kreis auch mit der Aussage zitiert, dass man in einem konkreten Fall die Radwegebenutzungspflicht aufgehoben habe, weil der Radweg sich in einem sanierungsbedürftigen Zustand befände! Mehr zu diesem Aspekt gibt es in einer Pressemitteilung der Unfallforschung der Versicherer. Weiterlesen

Postbogen & Weierstraße

Der Bereich der Kölnstraße zwischen Fußgängerzone und der Kreuzung an der Post ist viel zu stark befahren. Die Aufenthaltsqualität leidet darunter (man denke nur an das Eiscafé) und der Radverkehr wird in beiden Richtungen behindert und gefährdet.

BESCHLUSSVORSCHLAG „VERKEHRSSITUATION AN DER KÖLNSTRASSE (AN DER POST, KOALITION ZUKUNFT DÜREN, 30.01.2023

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Stand der Mobilitätsplanungen in Vettweiß

Aus Anlass der Berichtserstattung in der Dürener Zeitung:

Die Gereonstraße im Hauptort soll zu einer Tempo-30-Zone
umgewandelt werden, weil wegen der zahlreichen Umfahrungsstraßen keine Notwendigkeit mehr bestehe, dort 50 km/h fahren zu müssen.

ProRad ist der Meinung, dass die Vorschläge der Ingenieure Pachan und Rödel Hand und Fuß haben. Das entspricht unseren Erfahrungen bei der Erstellung eines Radverkehrskonzeptes in Jülich. Die beiden Herren sind dort unter anderem mit guten „best Practice“-Beispielen aufgefallen, und sonst auch mit vernünftigen Ideen. Weiterlesen