B56n: Offener Brief an Verkehrsminister Wüst

Am 8. Juni per E-Mail versendet:

Sehr geehrter Herr Minister Wüst,

wir sind enttäuscht, dass wir auf unsere Schreiben vom 11. September 2019, 10. Februar 2020 und die anhängende Mail vom 08. Mai 2020 bisher keine Antwort von Ihnen bekommen haben (daher ist dies ein offener Brief). Alle genannten Schreiben haben die Unterbrechung der Radroute Düren-Girbelsrath zum Thema, die durch den Bau der B56n entstanden ist.

Uns ist klar, dass es für Sie nicht einfach ist, klipp und klar „Ja“ oder „Nein“ zu diesem Thema zu sagen, weil Sie natürlich verschiedene Interessenlagen zu berücksichtigen haben. Lassen Sie uns deshalb einfach mal die Rollen tauschen:

Nehmen wir einmal an, die B56n wäre die Ostumgehung von Bocholt. Sie und Ihre Familie, zu der in unserem Gedankenspiel auch schulpflichtige Kinder gehören, sehen eine komfortable Radroute von Rhede nach Bocholt plötzlich um eine Kreuzung und eine Umleitung ‚bereichert‘. Aus vier Kilometer entspanntem Radeln für Erledigungen und Schule, evtl. Arbeit, werden fünf Kilometer mit zusätzlichen Wartezeiten bei der Ampelkreuzung. Nicht nur Sie, sondern viele andere Eltern auch, erlauben ihren Kindern aufgrund der Gefahren, die die Kreuzung mit sich bringt, nun nicht mehr, über diese Route zur Schule zu fahren. Ihre Kinder müssen für die verhältnismäßig kurze Strecke nun den Bus nutzen – es entstehen unliebsame Wartezeiten. Im schlimmsten Fall kommt das „Elterntaxi“ zum Einsatz, was Ihnen und den anderen Eltern eine eigentlich unnötige Belastung aufbürdet und für zusätzliche Umweltbelastungen sorgt.
Nun setzt sich eine engagierte Bürgerinitiative in Bocholt für die Belange der Rhedener Bürger ein und fordert die Wiederherstellung der Radroute. Sie freuen sich über dieses Engagement und hoffen – auch im eigenen Interesse -, dass es zum Ziel führt. Als sich die Bürgerinitiative schließlich an den Verkehrsminister des Landes NRW wendet, denken Sie: „Ja! Das ist der richtige Ansprechpartner für das Anliegen! Der Herr Minister spricht sich doch immer für die Förderung des Radverkehrs aus und hält Bürgerbeteiligung für sehr wichtig“. Sie hoffen, dass es durch die Kontaktaufnahme mit dem Verkehrsminister gelingt, die beliebte Radroute wiederherzustellen.

Ein schönes Gedankenspiel 😊
Aber zurück zur Realität: Lassen Sie bitte nicht weiter Zeit ins Land gehen. Uns wurde mehrfach zugesichert, dass eine Beantwortung zeitnah erfolgen wird. Wir freuen uns, bald von Ihnen zu hören.

Mit bestem Gruß
i.A. Rob Maris

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2 Antworten zu B56n: Offener Brief an Verkehrsminister Wüst

  1. Jens sagt:

    weiterführende Informationen findet ihr hier:
    https://prorad-dn.de/aktuelles-zur-b56n-saga/

  2. Manfred Lauszat sagt:

    Trauriges Deutschland
    Ich bin gleich wieder in den Niederlanden, Achterhoek, es ist dort so einiges möglich, sehr unverständlich, dass es in Deutschland nicht wirklich funktioniert. Vielleicht zu den niederländischen Planern*innen zusätzlich auch noch niederländische Straßenbaufirmen beauftragen. Trauriges Deutschland Strassen marode, Planung schlecht oder wird nicht umgesetzt….
    Mit vielen lieben Grüßen aus Essen
    Und immer genug Luft in den Reifen

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