Was bewegt Radfahrer in Düren?

Diese Frage hat sich ProRad Düren gestellt und den vom Seniorenrat der Stadt Düren ausgerufenen Mobilitätstag am 28.06.2018 zum Anlass genommen, mit Radfahrern in’s Gespräch zu kommen.

Auswertung der Frage „Wenn Sie sich eher unsicher fühlen, woran liegt das?“

Mit einem eigens für den Mobilitätstag entwickelten Fragebogen hat sich ProRad an Rad fahrende Besucher des Mobilitätstages vom 28.6. gewandt und um Beantwortung verschiedener Fragen rund um’s Radfahren und den Radverkehr gebeten. Dazu gehörten z.B. Fragen nach Anlass und Häufigkeit der Fahrradbenutzung ebenso wie die nach Wünschen und Anforderungen an die Radinfrastruktur.

Diese Fragebögen hat ProRad nun ausgewertet und es wird nächste Woche eine Online-Fortsetzung gestartet!
Auch im persönlichen Gespräch hat ProRad während des Mobilitätstages genau hingehört. So war der allgemeine Tenor der Besucher, bei denen es sich in erster Linie um – größtenteils sehr mobile – Seniorinnen und Senioren handelte, ein Unsicherheitsgefühl bei Fahrten mit dem Rad in der Stadt. Viele Menschen gaben an, sich auf den in Düren vorherrschenden Schutzstreifen nicht sicher zu fühlen – einerseits wegen der Gefahr sich öffnender Türen von Autos, die auf der rechten Seite der Schutzstreifen parken, andererseits wegen PKW, die häufig den beim Überholen vorgeschriebenen Mindestabstand von 1,50 Metern nicht einhalten. Viele unserer Gesprächspartner wünschen sich Radwege, die baulich vom motorisierten Verkehr getrennt sind.

Persönliche Schilderungen

Eine Besucherin berichtete, gerade vor Kurzem während der Fahrt auf dem Rad von einem Autofahrer überholt und dabei mit dem rechten Außenspiegel am Lenker berührt worden sei. Nur weil sie viel mit dem Rad unterwegs und darauf deshalb recht sicher ist, konnte sie einen Sturz vermeiden.
Zu diesem Thema passt auch die Aussage einer anderen Dame, die die neuen Schutzstreifenmarkierungen beim Stadtpark (Willy-Brandt-Park) thematisierte. Sie brachte ihr Unverständnis darüber zum Ausdruck, dass nicht die bestehenden Radwege den heutigen Anforderungen entsprechend saniert, sondern lediglich Schutzstreifen neben dem vorhandenen Radweg markiert wurden.
Auch der Hinweis einer anderen Besucherin des Mobilitätstages gibt einen Eindruck dazu, wie unsicher Radfahrer sich in Düren fühlen. Sie treffe immer häufiger nicht nur Kinder, sondern auch erwachsene Radfahrer auf Gehwegen an und spreche diese dann häufig an, warum sie nicht die Radverkehrsanlagen, bei denen es sich meist um Schutzstreifen handelt, nutzen. Regelmäßig erhält sie dann die Antwort, dass die Angesprochenen sich auf dem Gehweg sicherer fühlen.
Nach Auffassung von ProRad handelt es sich dabei allerdings eher um ein subjektives Gefühl der Sicherheit, da der motorisierte Verkehr an z.B. an Grundstücks- und Straßeneinfahrten und in Kreuzungsbereichen nicht mit Radfahrern rechnet, die auf Gehwegen unterwegs sind. Das Radfahren auf dem Bürgersteig führt erfahrungsgemäß häufig zu brenzlichen Situationen und Unfällen.
Eine Radfahrerin schlug wegen des schlechten Zustandes der L249 und der Kreuzauer Straße vor, der Landrat, Herr Spelthahn, solle einfach viermal die Strecke von Düren nach Kreuzau mit dem Rad hin- und zurückfahren. Die Hoffnung dieser Dame war vermutlich, dass sich Verbesserungen der Radinfrastruktur in Düren einfacher und schneller erreichen lassen, wenn sich Entscheidungsträger einmal vor Ort ein Bild von den Problemen der Radfahrer machen.
Zwei Radfahrer gaben bezüglich der Wertigkeit anstehender Maßnahmen an, dass sie es für vordringlicher halten, die Radinfrastruktur innerhalb Dürens zu verbessern, als dass z.B. ein Radschnellweg nach Jülich umgesetzt werden sollte.
Diese Aussage muss aus Sicht von ProRad allerdings im Zusammenhang mit der Lebensphase betrachtet werden, in der sich die beiden Radfahrer befinden, die nicht mehr berufstätig sind. Bei Befragung einer Gruppe berufstätiger Radfahrer, die einen Radschnellweg nutzen möchten, um auf dem Rad schnell zum Arbeitsplatz und zurück zu kommen, wäre die Wertung vermutlich eine andere.
Deshalb möchte ProRad auch in Zukunft mit Radfahrern aller Gruppen im Gespräch bleiben und lädt herzlich ein, sich auf dieser Website oder per Email an mail@prorad-dn.de zu Wort zu melden.

Zum Start der Online-Umfrage wird in Kürze berichtet.

Antwort auf die Frage „Was würde dazu beitragen, dass Sie häufiger oder überhaupt in die/der Stadt fahren würden?“

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