Neues zur B56n/Radroute Girbelsrath

Ein ProRad-Mitglied hat während des Sommerurlaubes auf Rügen eine Fahrradtunnellösung gesehen die genauso wie sie ist 1:1 auf die B56n angewendet werden könnte, weil es auch in jener Situation eine Bahnstrecke ca. 30 m parallel zur dortigen Bundesstraße gibt. Es betrifft somit einen anderen Lösungsansatz als die von uns bisher favorisierte örtliche Anhebung der B56n, die in der Dürener Zeitung vom 20. März vorgestellt wurde, und die ebenso wenig Einfluss auf das geplante neue Gewerbegebiet haben dürfte.

Bauzeit

Für ProRad war das Anlass, nun eine genauere Einschätzung einzuholen, wie viel Zeit ein solches Projekt benötigen würde. Wir haben die niederländisch-deutsche Baufirma – von der bekannt ist, dass sie einen komplexen Tunnel bei Nimwegen in acht Tagen realisiert hatte – telefonisch kontaktiert. Man antwortete, dass in der Vergangenheit mehrmals einfachere Radverkehrstunnel an einem Wochenende gebaut wurden. Es sei entscheidend, dass man rechtzeitig Kapazität für den Bau von Fertigbetonteilen bereitstellt. Mit anderen Worten: eine „minimal invasive“ Bauausführung (bezogen auf den vorhandenen Verkehr) ist denkbar. Man bot bereits einen Ortstermin an. Daraufhin hat ProRad zunächst Kontakt mit Straßen NRW gesucht, weil deren Einschätzung zur Bautechnik sehr wichtig ist.
Man bestätigte, dass die Angaben von van Boekel (so die Baufirma, vanboekel.com) prinzipiell plausibel sind. Unser Anliegen kann man unverändert sehr gut nachvollziehen, aber die Stadt Düren sei erster Ansprechpartner, weil eine Änderung an einer bereits gebauten Bundesstraße nur über diesen Weg möglich sei.

Die Lage stellt sich tatsächlich etwas komplexer dar als nur eine „Stadt“-Angelegenheit. Dies wurde Straßen NRW erstmals deutlich. Das ergab sich nach dem Hinweis darauf, dass die B56n zwar auf dem Gebiet der Stadt Düren verläuft (und eine Baumaßnahme somit ebenfalls), die Girbelsrather Straße aber eine interkommunale Radroute darstellt.

Für ProRad gibt es also drei Gründe für eine erneute Beratung durch die Stadt:

  • neue Tunnelvariante;
  • minimalinvasive Baustelle realistisch;
  • Bewusstsein für die Bedeutung dieser Radroute über die Stadt und sogar über Girbelsrath hinaus.

Wir haben den Vorsitzenden des Verkehrs- und Bauausschusses, Herrn Koschorreck angeschrieben. Wegen des dritten Aspektes wurde der Landrat des Kreises in cc. gesetzt. Herr Spelthahn hatte in einem Schreiben an uns vom 17. Februar mitgeteilt, dass der Kreis im Februar 2007 als Träger öffentlicher Belange beteiligt war, und dass man Straßen NRW Hinweise im Bezug auf das Landesradwegenetz an die Hand gab, die offensichtlich „nicht weiter verfolgt“ wurden. In diesem Schreiben wurde ausdrücklich formuliert, dass unsere Forderungen unterstützt werden und dass der Kreis sich für „schnelle und komfortable Radialverbindungen aus dem Mittelzentrum Düren in die umliegenden Gemeinden“ einsetzt.

Daraus wird deutlich, dass das Thema nicht nur die Stadt betrifft. Wir stellen uns vor, dass Stadt und Kreis gemeinsam eine gute Lösung im Sinne des soeben genannten Schreibens erarbeiten können, auch im Hinblick auf eine notwendige großzügige Förderung des Landes NRW. Der Kreis spielt hier ohnehin eine Rolle, weil die Überquerung der Bördebahn Kreisangelegenheit ist.

Es ist die letzte Chance für diese Strecke, dass überhaupt etwas im Sinne eines zeitgemäßen Radverkehres, und vor allen Dingen eine Aufhebung der eingetretenen Verschlechterung gegenüber früher erreicht werden kann.


Einige Bilder dokumentieren diese Tunnellösung, angefangen bei einem Luftbild:

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3 Antworten zu Neues zur B56n/Radroute Girbelsrath

  1. Patrick sagt:

    „Radroute über die Stadt und sogar über Girbelsrath hinaus.“
    Wenn dieser Punkt eine ordentliche Überquerung der l264 vorsieht um sauber Richtung golzheim zu kommen bin ich begeistert 👍.

  2. Bertram Huber sagt:

    Wo ist das Problem, die unterbrochene Strecke mit einem kleinen Umweg am Uhledömchen vorbei zu umfahren? Der Bahnübergang an der Girbelsrather Straße wurde ja bereits zugunsten der Bördebahn Düren – Zülplich – Euskirchen zurückgebaut und der Neubau von Bahnübergängen ist nur noch in Ausnahmefällen zulässig. Die Straße Im Altwerk müsste bis zum Fußgänger-/Radfahrerübergang B56 verlängert und hinter dem Wendehammer als Fahrradstraße ausgezeichnet werden. Das wäre die beste und billigste Lösung.

    • Rob sagt:

      – Straße im Altwerk ist bereits (entlang der B56n) bis zur großen Kreuzung verlängert.
      – Ob Fahrradstraße oder nicht macht hier keineswegs den Unterschied.
      – Neuer Bahnübergang an Nebenstrecken geht sehr wohl. Beispiel 1 km südlich bei der teuren B56n-Brücke über die Bördebahn (dafür war Geld da…). Dort fehlt aber der freie Sicht auf ankommende Züge – ein Kriterium für die Bauart eines Bahnüberganges!
      – Alltagsradfahrende (Berufspendler und Schüler) wollen keinen Umweg fahren, und eine neue Ampel kostet nur Zeit. Nebenbei ist die Führung an der Südseite der B264 katastrophal (Zweirichtungsradweg+Gehweg+Straßenlaternen in der Mitte in einem „Paket“).
      – Schließlich: Der letzte Absatz im Beitrag oben gilt uneingeschränkt.

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