Rund 40 Radelnde fordern sichere Aachener Straße

Düren, 11. September 2026. Am Freitagabend sind rund 40 Radfahrende unter dem Motto „Radfahren in Düren – aber sicher!“ durch Düren und durch Derichsweiler und Gürzenich gefahren. Diesmal ausnahmsweise nicht als spontane Critical Mass, sondern als offiziell angemeldete Fahrrad-demonstration, mit fester Route und in Abstimmung mit der Polizei.
Treffpunkt und Ziel war der Marktplatz. Von dort aus sind wir geschlossen im Verband durch die Stadt gefahren – sichtbar, laut und gemeinsam. Die Polizei hat die Fahrraddemo mit mehren Polizeibussen und zwei Motorrädern abgesichert.
Die Demo verlief wie eine Critcal Mass, mit Musik, guter Laune und ohne politische Bekundungen – außer an der Aachener Straße.
Gedenken am Ghostbike Aachener Straße
Beim Halt dort am Ghostbike wurde es dann doch politisch. Hier wurde 2019 ein 17-jähriger Junge von einem Lkw überfahren und verunglückte tödlich. Es wurde wieder innegehalten, ein Gedenkschild für ihn angebracht, Blumen niedergelegt und eine Kerze entzündet. Wir haben für ihn und unser Anliegen gesprochen. Auf der Kundgebung hat Jens aus Sicht des ProRad Aktiven deutlich gemacht, wie wir uns als Radfahrende in Düren fühlen.
Kundgebung am Ghostbike
Die Aachener Straße ist seit Jahren ein Symbol dafür, wie wenig Radverkehr in Düren mitgedacht wird: zwei Kfz-Fahrspuren je Richtung, dazu ein schmaler Schutzstreifen, der teils direkt an Längsparkständen entlangführt. Seit dem tödlichen Unfall vor mehr als sieben Jahren hat sich an dieser gefährlichen Verkehrsführung nichts geändert.
ProRad und der ADFC haben in dieser Zeit versucht, der Stadt zum umfassenden Handeln zu bringen. Es wurden Verbesserungen gefordert, Vorschläge erarbeitet und das Gespräch mit der Verwaltung gesucht. Aus einem Verkehrsversuch entstand eine ausgearbeitete Umgestaltungsplanung für die Radialachse Aachener Straße, die von der früheren Ratsmehrheit beschlossen wurde.
Hoffnungen zerstört
Nach der Kommunalwahl im Herbst 2025 wurde genau diese Planung von der neuen Ratsmehrheit aus CDU und SPD kassiert – obwohl der Koalitionsvertrag von „Mobilität für alle“ spricht. Zitat aus dem Koalitionsvertrag:
Mobilität für alle, die Eigenverantwortung, Selbständigkeit und Wahlfreiheit der Menschen respektiert.
Für Radfahrende fühlt sich das nicht danach an. Die Verwaltung soll stattdessen eine für die Dürener Radverkehrslobby ältere, inakzeptable Planung von 2022 prüfen, die Radverkehr auf dem Gehweg vorsieht. Für die aktuelle Ratsmehrheit zählt offenkundig jeder Parkplatz und jede Fahrspur, um die Autokultur nicht zu gefährden. Auf Kosten der Sicherheit von Radfahrenden. Denn wenn die Ratsmehrheit von „Mobilität für alle“ und „Wahlfreiheit“ spricht, sind Radfahrende nicht gemeint, zumal Wahlfreiheit eher bedeutet, dass Nebenstraßen genutzt werden sollen.
Übrig geblieben sind von Jahren der Diskussion und des Engagements bislang lediglich zwei Poller hinter der Rurbrücke, die immerhin bewerkstelligen, dass Radfahrende während des Übergangs vom Radweg auf die Straße nicht unnöig gefährdet werden. Trennelemente zwischen Rad- und Autoverkehr, wie seit Jahren mehrfach gefordert wird, gibt es bis heute nicht, außer in der Veldener Straße – dabei kosten sie wenig und könnten Leben retten.
Am Ghostbike wurde noch einmal klar gemacht: Es geht darum, dass alle von 8 bis 99 sicher zur Arbeit, zur Schule oder zum Einkaufen fahren können – und auch wieder sicher nach Hause.

Düren, 11.09. ein neues Gedenschild wurde am Ghostbike angebracht
Wie es für uns weitergeht
Wir werden nicht aufhören, sichere Radwege für Düren einzufordern. Die Demo war für uns ein weiteres, sichtbares Zeichen, dass wir dieses Thema nicht ruhen lassen. Wir bleiben an der Aachener Straße dran und werden das Gespräch mit Politik und Verwaltung weiter suchen.
Video: Ein kurzer Eindruck von der Demo ist hier zu sehen:
YouTube Shorts – Critical Mass Düren, 11.9.26
Ein Bericht von ProRad Düren / ADFC Düren.