Zur Situation an der B56n und deren Folgen für den Radverkehr

Foto: Claudia Veith

Rob Maris tritt in den Sitzstreik!

Ein Thema, das unsere Bürgerinitiative im vergangenen Jahr immer wieder beschäftigt hat, ist die Situation, die Radfahrer an der neu gebauten B56n vorfinden. An vielen Stellen entlang der neuen Dürener Ostumgehung wird deutlich, dass der Radverkehr bei der Planung der Straße keine Rolle gespielt hat.

Ein Punkt, der uns in diesem Zusammenhang besonders wichtig ist, ist die Wiederherstellung der durch die B56n unterbrochenen Radroute von Düren nach Girbelsrath. Radfahrer sind nun gezwungen, einen Umweg über den Kreuzungsbereich der B56n mit der B264 zu nehmen. Das ist nicht nur zeitraubend, sondern das Befahren der Kreuzung ist für Radfahrer gefährlich!

Die unterbrochene Route wurde von Radfahrern gern genutzt und verbindet nicht nur Girbelsrath und Düren. Wie wir in Bürgergesprächen erfahren haben, vermissen auch Merzenicher Bürger die Route, auf der man vom Friedrich-Ebert-Platz in Düren – ohne die Kölner Landstraße nutzen zu müssen – verkehrsarm Richtung Osten gelangen kann – siehe violett eingefärbte Routen in der Karte. Außerdem stellte die Radroute die kürzeste Verbindung nach Nörvenich dar, was besonders für Pendler interessant ist.

Den Effekt, den kurze, komfortabel und sicher zu befahrende Radrouten haben und der inzwischen „in aller Munde“ ist, ist nicht zu unterschätzen: Eine Erhöhung des Radverkehrsanteils ist ohne solche Routen nicht möglich! Eine Erschwerung des Radverkehrs, wie sie durch die B56n entstanden ist, ist auf keinen Fall geeignet, mehr Menschen aufs Rad zu holen. Das steht zudem im Widerspruch zum 2012 formulierte Ziel der Bundesregierung, 2020 im Mittel einen Radverkehrsanteil von 15 Prozent zu erreichen.
Ein möglicher Lösungsansatz könnte etwa so aussehen:

Eine Brücke über die B56n wäre auch möglich.

ProRad hat den Missstand der unterbrochenen Radroute bei allen sich bietenden Gelegenheiten thematisiert und sich an Behörden, Ministerien und zuletzt sogar an den Verkehrsminister NRW, Hendrik Wüst, gewandt, um zu erreichen, dass die Route wiederhergestellt wird, wenigstens jedoch ein Gespräch über Realisierungsmöglichkeiten. Besonders bei Rob Maris, der für ProRad ein wichtiger Vordenker und treibende Kraft ist, sind der Frust und die Enttäuschung, mit diesem Anliegen nicht gehört zu werden, groß.

Deshalb hat Rob sich Anfang Januar zu einem drastischen Schritt entschieden: Er tritt vom 09. – 13. Januar in den Sitzstreik! Und zwar genau dort, wo das Problem liegt, nämlich dort, wo die Girbelsrather Straße auf die Leitplanke der B56n trifft.
ProRad unterstützt die Aktion von Rob Maris ausdrücklich. Wir würden uns freuen, wenn die Aufmerksamkeit, die Rob durch seine Aktion erhält, dazu führt, dass die Verantwortlichen nun endlich die Bereitschaft zeigen, mit ihm und uns gemeinsam befriedigende Lösungen für den Radverkehr zu suchen – und damit die Nachteile, die für Radfahrer durch den Bau der B56n entstanden sind, zumindest zu einem Teil zu beseitigen!
Wenn Sie Rob bei seinem Streik unterstützen möchten, kommen Sie vorbei! Rob lädt jeden herzlich dazu ein, ihn zu besuchen und erläutert Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch die Probleme, die die B56n für Radfahrer mit sich bringt. Sie finden Rob vom 09. – 13. Januar 2020 von ca. 13.00 Uhr – 16.30 Uhr am Ort des Geschehens.Wenn Sie sich für das Thema interessieren und sich weitere Informationen wünschen:
Hier haben wir für Sie dargestellt, wie die B56n die Landschaft durchschneidet, bisherige Querverbindungen des Radverkehrs durchtrennt und Radfahrer dadurch zu Umwegen, Ampelwartezeiten und in gefährliche Situationen zwingt.

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1 Antwort zu Zur Situation an der B56n und deren Folgen für den Radverkehr

  1. Volker Marten sagt:

    Vorab Rob einen großen Dank für seine Initiative. Bitte erlauben Sie mir als erfahrener Radfahrer, Radpendler und Kenner dieser Strecke einige Anmerkungen. Zeit dafür finde ich, da mich gerade die Kollision mit einem Auto in das Krankenbett beförderte.
    Die Situation ist tatsächlich wie oben dargestellt. Folgt man der alten Hauptradroute steht man blind endend vor den Leitplanken der 56n. Das erinnert an das Land der Schildbürger. Es ist nicht wirklich nachvollziehbar, dass an einer Unterführung gespart wurde, zumal die Straße eh angehoben wurde.
    Hier wird wiederholt deutlich, dass die Interessen der Radfahrer keine ernsthafte Rolle spielen. Schwere Unfälle mit Radfahrern werden als eine bedauerliche Form von Kolateralschaden im vierraddominierten Straßenverkehr behandelt.
    Angesichts der Tatsache, dass das Radfahren gesund, ökologisch und ästhetisch für einen selbst und die Umwelt ist, ist dies nicht haltbar. Es liegt auf der Hand, dass eine sichere und konfortable Fahrradinfrastruktur diese Form der Fortbewegung fördern würde. In unseren Nachbarländern klappt das doch auch.

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