Tanja Malchow verlässt ProRad

Vor einer Woche teilte uns Tanja mit, dass sie ProRad verlässt, und das bedauern wir außerordentlich. Tanja hatte neben Rob Maris die Rolle der Sprecherin von ProRad inne.

Es ist das zweite Mal, dass ein/e Aktive/r ProRad verlässt, weil die Erfolgsaussichten unseres Bemühens letztlich sehr bescheiden sind. Im Frühjahr 2020 waren erfolglose Bemühungen um die Erweiterung von Einbahnstraßenfreigaben ein Ausstiegsgrund eines Mitstreiters gewesen. Das beharrlich sein konnte oder wollte er nicht mehr aufbringen.
Tanja hat sich rund 5 Jahre lang bei ProRad engagiert. Die Erkenntnis, dass die Widerstände in Düren einfach zu hoch sind, um in einem zufriedenstellenden Zeitfenster eine Mobilitätswende zu erreichen, die andere Formen des Individualverkehrs in den Fokus stellt als den motorisierten Verkehr, haben dazu geführt, dass sie sich entschieden hat, sich zurückzuziehen. „Ich fühle mich derzeit nicht mehr in der Lage, weitere Jahre gegen Windmühlen zu kämpfen“ berichtete uns Tanja.
Ganz gleich, ob ProRad sich mit der Politik, der Verwaltung, Behörden wie z.B. Straßen.NRW oder der Polizei auseinandersetzt, hat sie den Eindruck, dass absolut kein Durchdringen ist. Tanja ist als Radverkehrsvertreterin beratendes Mitglied im Mobilitätsforum und im Ausschuss für Mobilität, Umwelt und Klima gewesen. Auch hier ist der Eindruck leider der, dass die Belange der Radfahrenden in Düren auch in diesen Gremien nicht wirklich Gehör finden.
„Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht und bin traurig darüber. Aber ich habe leider nicht den Eindruck, mit der investierten Zeit etwas erreichen zu können. Und das ist frustrierend.“

Wir wünschen dir, Tanja, alles Gute in deiner Nach-ProRad-Zeit, und verbinden das mit der leisen Hoffnung, dass wir dich eines Tages doch wieder als Streiterin für die gute Sache begrüßen dürfen.

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1 Antwort zu Tanja Malchow verlässt ProRad

  1. Peter Janssen sagt:

    Hallo,
    ich kann das gut nachvollziehen. Ich fahre seit 15 Jahren mit dem Rad von Lendersdorf nach Norddüren zur Arbeit. Auch im Winter, wenn es morgens noch dunkel ist. Hoffnung kam bei mir auf, als die Stadt anfing, in den Radverkehr zu investieren. Aber irgendwie stieg bei mir das Gefühl der Angst beim Radfahren, obwohl immer mehr Streifen für Radfahrer*innen auf die Straße gepinselt wurden. Ich besuchte Veranstaltungen der Stadt bezüglich Radfahren, nahm beim Stadtradeln teil, und nutzte den RADar!, und bin bitter enttäuscht. Es waren alles Alibiveranstaltungen. Wenn der sogenannte Schutzstreifen für Radfahrer*innen das einzige ist, was die Stadt zu bieten hat, spricht das von Ahnungslosigkeit. Ich glaube, nicht nur in Düren kämpft man bezüglich Radfahren oder sicheren Radwegen gegen Windmühlen, sondern in ganz Deutschland. Die haben einfach nicht den Mut, gegen die/uns Autofahrer anzugehen. Da nutzt kein Prorad und auch kein ADFC. Ich warte sehnlichst auf eine Fahrradpartei.

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