Dringender Sanierungsbedarf von Radwegen

DSC00317Die Pro Rad Arbeitsgemeinschaft hat seit ihrer Gründung im Sommer 2015 regelmäßig den schlechten Zustand mehrerer Radwege beklagt. Unter anderem gab es die nötige Aufmerksamkeit in einer Artikelreihe der Dürener Zeitung. Des Weiteren gab und gibt es diverse direkte Kontakte mit Behörden.
Noch in diesem Frühjahr wurde anlässlich des schrecklichen Zustandes des Radweges entlang der L249 ein Brandbrief an den zuständigen Minister geschrieben.
Die Antwort ist leider eine Bestätigung der Erfahrung, die viele Beteiligte mit dem Landesbetrieb Straßenbau NRW machen. Man vertritt dort die Auffassung, dass nichts gemacht werden muss, solange Radwege sich in einem „verkehrssicheren Zustand“ befinden, und es darüber hinaus auch kein Geld gibt.

In den kommenden Monaten ist die Durchgangsstraße Kreuzaus Großbaustelle. Das ist die Landesstraße L249. Verantwortlich dafür ist der soeben genannte Landesbetrieb, kurz Straßen NRW. Nun scheint Straßen NRW bei vielen Beteiligten bekannt dafür zu sein, dass Landesradwege sehr, sehr stiefmütterlich behandelt werden. Die Pro Rad AG ist sehr enttäuscht darüber, dass der Zustand der Straßen für den motorisierten Verkehr offensichtlich wichtiger ist als der Zustand der Radwege, obwohl Radverkehr aus Nachhaltigkeitsgründen gefördert werden sollte.

Für die aktuelle Sanierung der Durchgangsstraße in Kreuzau werden 1,6 Millionen Euro veranschlagt. Nach Schätzungen kann davon ausgegangen werden, dass noch nicht mal 5% von diesem Budget für eine Totalsanierung des Radweges zwischen Kreuzau und Niederau ausgegeben werden muss. Angesichts dieses Kostenvergleiches empfinden wir es als Schlag ins Gesicht, dass nichts passiert. Es findet ganz offensichtlich keine integrierte bzw. zusammenhängende Planung statt. Es ist in unseren Augen nicht entschuldbar, dass für die deutlich geringeren Kosten von Radwegsanierungen kein Geld da zu sein scheint. Wenn man bei Straßensanierungen permanent nur ca. 5% gezielt zusammenstreichen würde, können mit den frei werdenden Mitteln ca. 10-15-fach so viele Streckenabschnitte an Radwegen saniert werden!

Wenn das nicht fahrradfördernd wirken würde!

Es ist bekannt , – Beispiel Investitionen in Bahnstrecken und Fahrzeuge -, dass eine als signifikant empfundene Qualitätssteigerung eines Angebotes zu einer erheblichen Nutzungssteigerung führt. Bekanntes Beispiel ist die Rurtalbahn seit der Übernahme durch den Kreis in den Neunzigern des vergangenen Jahrhunderts.

Das Gleiche kann bei umfassenden Verbesserungen im Radwegenetz passieren. Anhand dieser Brüskierung (mit Verlaub – so empfinden wir es) plädieren wir nun gezielt für eine koordinierte Planung von Radwegen und Straßen. Anhand des jetzigen Falles soll dies verdeutlicht werden. Wenn Straßen NRW zuerst den Radweg zwischen Kreuzau und Niederau zusammen mit schlechten Abschnitten in Kreuzau saniert hätte, und danach erst die Straßensanierung angegangen wäre, so könnte dies bei manchem Autofahrer den Gedanken aufkommen lassen, während der Baustellenphase auf einer wunderbaren Strecke mit dem Rad zur Arbeit zu fahren – zum Beispiel. Das böte einmalige Chancen zu dauerhaften Verhaltensänderungen!

Wir fordern vom Land NRW, dass der Radweg an der L249 so schnell wie möglich komplett erneuert wird. Generell sollte gezielt darauf hinaus gearbeitet werden, dass eine Vielzahl von Radwegen saniert werden. Denn an vielen Stellen im Kreis Düren wird deutlich, dass Radwege seit dem Bau offensichtlich nie saniert wurden. Noch im Dezember sagte Minister Groschek lt. Dürener Zeitung: „NRW ist Schrittmacher in Sachen Radverkehr“ und „NRW gehört damit zur Avantgarde der Republik„.
Für den touristischen Bereich mag das stimmen. Aber für den viel wichtigeren Alltagsverkehr überhaupt nicht.

Der Zustand des Radwegs entlang der L249 ist hier dokumentiert:

RW-L249-(2)
https://radfahrn.wordpress.com/radwegschaeden-l249/

 

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2 Kommentare zu Dringender Sanierungsbedarf von Radwegen

  1. Winfried Heinen, Dürener Straße 19, 52372 Kreuza u sagt:

    Hallo,
    grundsätzlich unterstütze ich euch ja und bemängele die Zustände aller Radwege schon länger, aber den ehemaligen Zustand der Dürener Straße als mäßig zu bezeichnen, da gucken Sie aber stark durch die Zweiradbrille . Seit 2012 ist die Sanierung trotz erheblicher Mängel und tiefer Schlaglöcher, die immer nur provisorisch ausgebessert wurden und bei diesem Verkehr, vor allem LKW und Container erheblichen Lärm verursachten, so dass jetzt auch der Unterbau schadhaft ist und im Übrigen musste ja auch die Kanalisation erneuert,weil größer , werden, damit wir hier nicht auch mal bei Starkregen absaufen.
    Also der Zustand der Dürener Straße war genauso saumäßig wie der des Radweges, ist ja auch gleiches Baujahr. Und für mich gilt bei Radwegen wie bei Straßen: Sanierung vor Neubau und Alibiradwege auf die Straßen malen!

  2. Rob Maris sagt:

    Es ist legitim, beim Werben für ein Anliegen etwas zu übertreiben. Dennoch ist es nicht übertrieben, zu behaupten, dass der Radweg deutlich schlechter dran ist als die Durchgangsstraße. Beim Radweg gibt es alle paar Meter quer zur Fahrtrichtung verlaufende Bruchstellen, die offensichtlich vor längerer Zeit mit Füllmaterial provisorisch geflickt wurden. Stellen Sie ich mal vor, dass DAS der Zustand der Durchgangsstraße wäre. Jede(r) würde sich darüber heftig empören! Vereinzelte Vertiefungen (wie beim Radweg auch), sind dabei relativ betrachtet akzeptabel.

    Zu „Alibiradwege“ auf die Straßen: wenn damit Schutzstreifen gemeint sind: Innerorts okay, aber außerorts sind diese m.E. Fehl am Platz.

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