ADFC begrüßt Schulstraße im Grüngürtel

Das Pilotprojekt „Schulisches Mobilitätsmanagement“ ist ein Meilenstein für sichere und klimafreundliche Schulwege

Die Stadt Düren geht mit dem Pilotprojekt „Schulisches Mobilitätsmanagement“ an der Grüngürtelschule einen wichtigen Schritt in Richtung kindgerechter, sicherer und klimafreundlicher Mobilität. Der ADFC Düren begrüßt das Maßnahmenpaket ausdrücklich: Es setzt auf bewährte Lösungen, reduziert die Gefahr durch sogenannte Elterntaxis und schafft mehr Sicherheit für die jüngsten Verkehrsteilnehmer:innen. Besonders positiv ist, dass die Maßnahmen nicht isoliert betrachtet werden, sondern in ein ganzheitliches Konzept aus baulichen, kommunikativen und pädagogischen Ansätzen eingebettet sind.

Warum das Projekt so wichtig ist

Grundschulkinder sind im Straßenverkehr besonders gefährdet – nicht nur wegen ihrer geringen Körpergröße, sondern auch, weil sie Geschwindigkeiten und komplexe Verkehrssituationen noch nicht sicher einschätzen können. Gleichzeitig führt der tägliche Bring- und Holverkehr mit dem Auto oft zu gefährlichen Situationen vor den Schulen: Parken auf Gehwegen, unübersichtliche Wendemanöver und Staus gefährden die Kinder und verschlechtern die Luftqualität.
Hier setzt das Pilotprojekt an: Es schafft sichere Rahmenbedingungen für den Schulweg, fördert das Zu-Fuß-Gehen und Radfahren und reduziert den motorisierten Individualverkehr. Damit leistet es einen wichtigen Beitrag zur Verkehrswende und zur Lebensqualität im Quartier. 

Die wichtigsten Maßnahmen im Überblick

  1. Schulstraße im nördlichen Grüngürtel

    • Zeitweise Sperrung für Autos zu den Hauptzeiten (7:30–8:15 Uhr, 11:15–13:45 Uhr, 15:45–16:15 Uhr).

    • Erfolgreich getestet: Bereits während der Europäischen Mobilitätswoche 2025 zeigte sich, dass die Schulstraße von Eltern, Lehrkräften und Anwohnern positiv aufgenommen wurde.

    • ADFC-Bewertung: Schulstraßen sind ein bewährtes Instrument, um die Sicherheit zu erhöhen. Sie schaffen mehr Raum für Kinder, Fußgänger:innen und Radfahrer:innen – und entlasten das Schulumfeld von Lärm und Abgasen.

  2. Elternhaltestellen als geordnete Alternative

    • Drei Standorte (Goebenstraße, Blücherstraße, Grüngürtel) bieten Eltern eine sichere Möglichkeit, ihre Kinder abzuhalten, ohne den Verkehr zu blockieren.

    • Eingeschränktes Haltverbot zu Bring- und Abholzeiten.

    • ADFC-Bewertung: Elternhaltestellen sind ein sinnvoller Kompromiss, um den „Elterntaxi“-Verkehr zu ordnen und gleichzeitig das Zu-Fuß-Gehen zu fördern. Wichtig ist, dass sie nicht als Einladung zum Autofahren verstanden werden, sondern als Übergangslösung auf dem Weg zu mehr eigenständiger Mobilität der Kinder.

  3.  Querungshilfen und Fußgängerüberwege

    • Neue Querungshilfen an der Goebenstraße und am Kreisverkehr Roonstraße/Robert-Koch-Straße.

    • Mittelinseln und bessere Beleuchtung an bestehenden Fußgängerüberwegen, z. B. an der Roonstraße.

    • Unsere Bewertung: Sichere Querungsmöglichkeiten sind essenziell für Schulwege. Die Maßnahmen verkürzen die Querungsstrecke, verbessern die Sichtverhältnisse und erhöhen die Barrierefreiheit – ein klarer Gewinn für alle Fußgänger:innen und Radfahrer:innen.

  4. Barrierefreie Bushaltestelle und Linienanpassung

Nach dem Bau einer wichtigen Querungshilfe und wegen der Einführung der Schulstraße muss die Haltestelle an der Schule verlegt werden. Die neue Bushaltestelle wird von Anfang an barrierefrei erstellt.

Ein ganzheitlicher Ansatz: Verkehrssicherheit und Mobilitätsbildung

Das Projekt beschränkt sich nicht auf bauliche Maßnahmen. In Zusammenarbeit mit der Schule werden Eltern informiert und ein „Verkehrszähmerprogramm“ umgesetzt. Ziel ist es, das Bewusstsein für sicheres und klimafreundliches Verhalten im Straßenverkehr zu stärken – und langfristig den motorisierten Bringverkehr zu reduzieren.

ADFC-Bewertung: Nur durch die Kombination aus Infrastruktur, Aufklärung und Partizipation lässt sich das Mobilitätsverhalten nachhaltig ändern. ProRad und  ADFC Düren unterstützen diesen Ansatz und fordern, ähnliche Projekte auch an anderen Schulen umzusetzen.

Finanzierung und Umsetzung

Die Gesamtkosten von rund 115.000 Euro werden aus bestehenden Budgets für klimafreundliche Mobilität und Barrierefreiheit finanziert. Die Umsetzung startet 2026 und wird schrittweise erfolgen. Besonders positiv ist, dass die Maßnahmen in enger Abstimmung mit Eltern, Schule und Anwohnern entwickelt wurden – ein gutes Beispiel für partizipative beteiligende) Stadtplanung.

Unser Fazit: Ein Vorbild für andere Kommunen

Als Voraussetzung für die Akzeptanz des Projekts hat sich die frühe Beteiligung von Eltern, Schule und auch von Anwohnern durch die Verwaltung herausgestellt. Ein Verkehrsversuch stieß auf viel positive Resonanz. Es war zuletzt zu befürchten, dass es auch dieses Verkehrsprojekt bei den neuen politischen Mehrheitsverhältnissen im Dürener Rat schwer haben wird. Um so erfreulicher ist es, dass das Projekt für mehr Sicherheit von Schulkindern dort einstimmig verabschiedet wurde! Bei dem bereits umgesetzten Modellprojekt an der Grundschule in Derichsweiler gab es politische Kräfte, die im weiteren Verlauf versuchten, die Maßnahmen während der Umsetzungsphase zu verwässern. Wir werden das schulische Mobilitätsmanagement im Grüngürtel beobachten, und dafür werben, dass das Gesamtkonzept auch so umgesetzt wird.

Großes Lob an die Verkehrsplaner der Stadt Düren. Mit dem Pilotprojekt an der Grüngürtelschule zeigt die Stadt Düren, wie Verkehrssicherheit, Klimaschutz und Lebensqualität Hand in Hand gehen können. Die Maßnahmen stärken die Sicherheit von Kindern und schaffen mehr Raum für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen.

ProRad und  ADFC Düren fordern:

  • Ausweitung des Projekts auf weitere Schulen in Düren.
  • Begleitende Kampagnen, um Eltern und Kinder für das Zu-Fuß-Gehen und Radfahren zu begeistern.
  • Langfristige Evaluation, um die Wirkung der Ma• Ausweitung des Projekts auf weitere Schulen in Düren.
  • Begleitende Kampagnen, um Eltern und Kinder für das Zu-Fuß-Gehen und Radfahren zu begeistern.
  • Langfristige Evaluation, um die Wirkung der Maßnahmen zu messen und bei Bedarf nachzusteuern.

Unser Appell: Sichere Schulwege sind ein zentraler Baustein für eine lebenswerte Stadt. Packen wir es an – für unsere Kinder und für die Verkehrswende!

Informationen zum Projekt:

[Link zur Stadt Düren] ADFC Düren: Gemeinsam für mehr Radverkehr und sichere Schulwege!

Link zum Vorgang 2026-0050 im Ratsinfo: 
Maßnahmen im Pilotprojekt „Schulisches Mobilitätsmanagement“ am Standort Grundschule Grüngürtel

Beschlussvorlage

Beschlussvorlage

Anlage

 

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